Träume - Albtraum - Traumarbeit

Wir träumen jede Nacht und meist ist nach dem Aufwachen keine Erinnerung daran vorhanden. Wenn es Erinnerungen gibt, ist davon auszugehen, dass diese mehrheitlich nach Albträumen auftreten. Warum ist das so bzw. warum träumen wir überhaupt? Zum ersten ist im Wörterbuch der
Psychotherapie definiert: "Träumen ist eine mentale Aktivität, die während des Schlafes stattfindet und meist in visuellen Bildern erfolgt. Freud (1900) nahm an, daß Träume eine psychologische Bedeutung haben, die durch Interpretation gefunden werden kann, und sah in ihnen den Königsweg zum Unbewußten" (Fosshage 2000). Die Aktivität des Gehirns während des Schlafes ist lebensnotwendig, weil durch diese Prozesse im
körperlichen Ruhezustand Informationen verarbeitet werden müssen, die zuvor - für gewöhnlich tagsüber im Wachzustand - Einfluss auf uns genommen haben. Intensive Tätigkeit des Gehirns findet in den Tiefschlaf-Phasen, den sogenannten REM-Phasen (Rapid Eye Movements - benannt nach den schnellen Augenbewegungen im Schlaf bei geschlossenen Lidern) statt, wobei immer auch geträumt wird und dies die prägendsten Momente sind, die uns - sofern eine Erinnerung danach vorhanden ist - im Wachzustand wiederum beeinflussen, wenn entweder besonders angenehme Träume oder Albträume in unser Bewusstsein gelangen. Durch neue Forschungen wurden nun auch Hinweise darauf gefunden, dass Träume gleicher Intensität auch in anderen Schlafphasen auftreten können. Nun gibt es verschiedene Gründe für die Anfälligkeit von Albträumen, die das intensive und dadurch ausgelöste Erleben und Empfinden, als ob das die Realität wäre, verursachen:

- die Persönlichkeit des Betreffenden (z.B. sensibel, reizbar, ängstlich);

- psychische Erkrankungen wie Angst oder Sucht, wodurch man überhaupt schlechter schläft und daher anfälliger ist;

- durch Medikamente, die als Nebenwirkung Albträume hervorrufen können. Dazu gehören z.B. Pharmaka gegen Bluthochdruck, gegen Parkinson, Antidepressiva, Serotoninwiederaufnahmehemmer

- Belastungen im Alltag (beruflich sowie privat) wie z.B. Beziehungsprobleme, Mobbing, Burnout, Verluste, Trauer;

- traumatische Erlebnisse wie z.B. Überfall, Unfall, Vergewaltigung, Kriegserlebnisse, Überleben von Katastrophen.

Es kann sich z.B. bei angenehmen Träumen um Wünsche, Sehnsüchte handeln, die im Traum erfüllt werden und man sich dabei sehr wohl
fühlt, jedoch nach dem Aufwachen möglicherweise Enttäuschung oder gar Ärger verspüren kann, wieder in die nicht so angenehme Realität geholt worden zu sein. Bei Albträumen kann es um Ängste, Verluste, Trauer oder Schrecken gehen, wobei nach dem Aufwachen Orientierungslosigkeit, Verstörtheit, Traurigkeit und psychosomatische Symptome wie Zittern, Schwitzen, reale Schmerzen oder deren Nachwirkungen, durch die Erlebnisse im Traum spürbar werden können. Bei Albträumen kommt es häufig vor, dass man von jemandem verfolgt wird, meist von einer unbekannten männlichen Person, jemand stirbt oder schwer verletzt wird oder andere Inhalte des Traumes zu den o.a. Problemen führen. Wer ab und zu einen Albtraum hat, muss nicht gleich deswegen eine Behandlung beginnen. Dies wäre dann erforderlich, wenn man zwei oder mehr Albträumen pro Woche hat und es kommt darauf an, wie man - auch bei weniger häufig auftretenden Träumen - darunter leidet.

 

Behandlung bei Albträumen - Traumarbeit

Wenn es wie o.a. häufiger zu Albträumen kommt, so kann eine professionelle Hilfe in Form einer psychotherapeutischen Behandlung Abhilfe verschaffen, wobei es bei der Frage der Behandlungsdauer darauf ankommt, welche Problematik dahintersteckt und wie der Betroffene in der Lage ist, je nach Schwere des Leidens und seiner Selbstheilungskräfte dies aufzuarbeiten.

Psychotherapie DDr. Anton Wambach